18.11.2017 | Fußball

„Ernst Happel“-Gedenktafel mit den Worten „Hauts eich in Schnee!“ vor Verlagsgebäude "Zeitung Österreich" feierlich enthüllt.

Anlässlich des Todestages des Trainerlegende Ernst Happel, der sich am gestrigen 14. November zum 25. Mal jährte, wurde auf Initiative des „Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport“ (BMLVS) vor dem Verlagsgebäude der Mediengruppe „Österreich“ eine Gedenktafel zu Ehren des „Wödmastas“ angebracht.

Die in die goldene Tafel ziselierten und überaus bewegenden Worte „Hauts eich in Schnee!“, die Happel einst gerne für lästige, penetrante und inkompetente Journalisten fand, sollen der „Österreich“-Redaktion für alle Zeiten eine Mahnung sein und sie dazu motivieren, sich künftig ab und an auch an die Fakten zu halten.

Allerdings sorgte im Vorfeld der feierlichen Enthüllung die Inschrift „Hauts eich in Schnee!“ für massive Kritik – und das nicht nur bei „Österreich“-Herausgeber Wolfgang Fellner. Für ihn sei es „so gar nicht nachvollziehbar“, warum das BMLVS ausgerechnet diesen Standort für die Gedenktafel gewählt hat. Fellner verwies zudem auf das Happel-Zitat „Ich halte mich für autoritär“ und sei daher „der absoluten Überzeugung“, dass der „Wödmasa“ in ihm „ganz sicher einen überaus sympathischen Gesinnungsgenossen und weltmeisterlichen Experten für ziemlich alles“ erkannt hätte. Sehr wohl nachvollziehen könne der Herausgeber aber den bereits konkreten Plan des BMLVS, in fünf Jahren, also zum 30. Todestag Happels, vor dem Portal des „Heute“-Verlags eine weitere Gedenktafel mit den Happels Worten „Hauts eich in Koks!“ anzubringen. „Dazu wird es auf www.oe24.at auch einen Liveticker mit Kommentaren von Niki Lauda geben“, so Fellner, der aber noch nicht mehr verraten wolle.

„Koks“ und „Schnee“ missverständlich

Unterstützung in Sachen Kritik erhielt Fellner vom „Anton-Proksch-Institut“ und dem Österreichischen Skiverband (ÖSV). So nahm die Kalksburger Suchtklinik in ihrer Presseaussendung vor allem Anstoß an den Worten „Schnee“ und „Koks“, die „durchaus missverständlich“ rezipiert werden könnten. „Die Tatsache, dass die Fußballer Diego Maradona und Christoph Daum die Gedenktafel feierlich enthüllten, deutet ebenso schon darauf hin, dass es hier zu Fehlschlüssen kommen kann“, so Michael Musalek, Suchtexperte des „Anton Proksch Institut“. Die Kritik des ÖSV an der Tafel hat hingegen eher pragmatische Gründe: „Wir hielten es schlichtweg für suboptimal, würde sich die ‚Österreich‘-Sportredaktion künftig ‚in den Schnee hauen‘ und intensiver dem Skisport widmen“, so ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. „Damit würde man dem Sport und unserem Land einen Bärendienst erweisen.“ Schröcksnadel zufolge solle sich „Österreich“ fortan vermehrt auf Sportarten wie Synchronschwimmen, Curling oder Apnoe-Streckentauchen konzentrieren.


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